GO BUGS GO

Michael Voit (geb. Hartl)
Von Michael Voit (geb. Hartl)
15. Mai 2020

Als mir der Künstler und Aktivist Edgar Honetschläger bei unserem ersten Gespräch sagte, dass nur, wenn möglichst viele Menschen bei Aktionen wie der seinen mitmachen, diese eine Chance hätten, hatte er schon mein Gehör. Und als er meinte, dass Go Bugs Go als Kollektiv – nicht als Individuen – Landstriche durch Kauf und Verwilderung vor der Zerstörung durch die Politik retten kann, wollte ich mehr von ihm wissen.

Ich lernte Edgar bei mir im Garten kennen. Rein zufällig. Und völlig ohne zu wissen, wie wir jeweils ticken und dass wir gemeinsame Themen haben könnten. Wie das Leben halt manchmal so spielt. Und für uns beide sind Gärten, Landschaften, Natur ein großes Thema. Aufreger und Ruhepol zugleich. Und so gärtnert Edgar Honetschläger schon eine Weile – und bemerkte dabei, wie die Sommer immer stiller wurden: Fast keine Insekten mehr. Und selbst die wilde Natur – wie der Dschungel – immer weniger Platz hat, wirklich wild zu sein… Da fragte er sich, ob es Sinn ergibt, Kunst zu machen, während die Welt untergeht.

Michael Voit: Edgar, wie sah Deine Antwort auf diese Frage aus? Go Bugs Go ist ja auch ein Stück weit Kunst – oder?

Edgar Honetschläger: Nach der Katastrophe in Fukushima, die mich persönlich betraf, weil ich fast zwei Jahrzehnte in Tokyo lebte, dachte ich – wie kann ich mich weiter in sogenannter Ästhetik üben, während um mich die Natur vergeht? Es muss möglich sein mit den Mitteln der Kunst etwas zu schaffen, das über die Kunst hinausgeht, etwas, das Impulse setzt, das zur Verbesserung der desperaten Situation beiträgt. Ich wollte raus aus der Nabelschau, aus der eng gesteckten Kunstszene, weil ich mich schon die längste Zeit fragte, wie es sein kann, dass die Kunst die Zerstörung mitträgt. Die Natur war immer Gegenstand der Kunst, von den Höhlenmalereien in Lascaux über Stillleben und Landschaftsdarstellungen über alle Jahrhunderte hinweg bis ins 20. Jahrhundert, wo zum Beispiel in der Land-Art ein aktiver Eingriff in die Natur Inhalt der Kunst wird – oder Joseph Beuys, der im Sinne seiner „sozialen Plastik“ 7000 Eichen pflanzt und neben jede einen Basaltstein stellt.

„Ich wollte raus aus der Nabelschau, aus der eng gesteckten Kunstszene, weil ich mich schon die längste Zeit fragte, wie es sein kann, dass die Kunst die Zerstörung mitträgt.“ – Edgar Honetschläger

Bei GoBugsGo geht es aber nicht um die Erweiterung des Kunstbegriffs oder um Gestalten der Natur – vielmehr soll der Mensch ja gerade draußen bleiben. Ich fragte mich: Was passiert, wenn man ein Stück Land im Sinne Marcel Duchamps zum lebenden Kunstwerk erklärt, das sich immerfort verändert. Dann sollte es sakrosankt sein, denn unsere Gesellschaft betrachtet Kunst als etwas schützenswertes, etwas das nicht zerstört werden darf. Für die Natur gilt diese Regel nicht. Was wenn ich nun als Künstler ein Stück Natur zum Kunstwerk erkläre – dann ist es als Kunst definiert und müsste denselben Schutz genießen wie eine Skulptur. Ich möchte mit GBG dazu beitragen, dass wir – dem Prinzip von Deep Ecology folgend – alle Lebensformen als gleichwertig betrachten, dass wir erkennen, dass der kleinste Wurm dieselbe Lebensberechtigung wie ein Mensch hat.

Portrait Edgar Honetschläger
Portrait Edgar Honetschläger // © Edgar Honetschläger

Michael: Du nennst Deinen Verein: Go bugs go – Verein zur Befreiung der Natur – Set nature free. Was genau macht der Verein? Und wieso hast Du diesen Ansatz gewählt?

Edgar Honetschläger: Über Präsentationen in Museen und am Internet, die der ästhetischen Formensprache der Kunst des 21. Jahrhunderts angepasst sind, gewinnen wir Mitglieder (=Buggies) die durch Incentives (2018/2019 Gemüsekonserven die ich in meinem Biogarten nahe Rom geschaffen habe) “angelockt” werden.

Foto der Erstpräsentation von GOBUGSGO in der Kunsthalle Wien am 27.11.2018
Erstpräsentation von GOBUGSGO in der Kunsthalle Wien am 27.11.2018 // © KLEMENS ORTMEYER

Dadurch gelingt es, eine ganz andere Klientel als die klassische Umweltschutzszene zu erreichen. Die finanzielle Beteiligung der Mitglieder ermöglicht GoBugsGo Land zu kaufen, das wir der Natur zurückgeben. Wir errichten ‚menschenfreie Zonen‘ – Landstücke in die der Mensch nicht mehr eingreifen darf. Der Schutz für die Landstücke ist gewährt, weil es sich nicht um individuellen Besitz handelt, der von jeder Regierung, jeder Behörde in jedem System enteignet werden kann – zur Erweiterung einer Straße, Umwidmung in Bauland, für die Gewinnung von Rohstoffen. Nur ein Kollektiv kann schützen, denn die Politik strebt nach Wählerstimmen – also je mehr Menschen sich hinter einem Grundstück vereinen, desto höher die Chance, dass es unantastbar bleibt. 

GO BUGS GO 1
Ausschnitt einer Infografik auf gobugsgo.org // © Edgar Honetschläger

Michael: Ist das Ganze lustig gemeint? Oder schon auch ernst? 

Edgar Honetschläger: Ernst steht in dem Fall vor lustig. Die Kampagne ist lustig verpackt. Als ich die Sache begann war ich in Kontakt mit drei Damen auf verschiedenen Kontinenten, die viel Erfahrung mit NGO/NPO und Fundraising haben. Diese meinten unisono: Wer mag Insekten? Die Frage, die du dir stellen musst, ist, wie man Empathie für diese ungeliebten Tiere erzeugen kann. Je dunkler das Thema, desto leichtfüßiger muss es daherkommen. Zeige möglichst wenig echte Insekten auf der Website. Also habe ich sie krakelig gezeichnet und fast alle müssen darüber lachen. Charmant kommt es daher. Der Mensch kann in der Regel nur für ein Tier empfinden, wenn er es in seinen Eigenschaften vermenschlicht. Genau das habe ich versucht. CUTE BUGS!

Foto des Go Bugs Go Incentives (BioKonserve, Zeichnung, Zertifikat, Folder)
Das Incentive (BioKonserve, Zeichnung, Zertifikat, Folder) // © Edgar Honetschläger

Michael: Was sind die großen Gefahren für die Wildinsekten? 

Edgar Honetschläger: Versiegelung von Böden, vor allem in Österreich mit dramatischer Geschwindigkeit. Wir pflastern täglich die Fläche von 22 Fußballfeldern zu, Hausbauten, Parkplätze, Beton auf alle Zeiten, denn es gibt in Österreich auch kein Entsiegelungsgesetz. Die Gemeinde X entscheidet sich für ein Einkaufszentrum unter dem Titel Arbeitsplätze, eine Firma baut es und der Supermarkt der einzieht zahlt die Renditen und dann beschließt der Nationalrat zum Beispiel, dass wir ab jetzt CO²-neutral bauen müssen. Die Renditen sind abbezahlt, ein neues Gesetz ist geschaffen und in der Folge wird nebenan ein neues, noch größeres Einkaufszentrum errichtet. Umzug – und das alte rottet auf alle Zeiten vor sich hin, denn niemand ist verpflichtet weder das Gebäude noch den 2000m2 Parkplatz vom Beton zu befreien.

Als zweiter, sicher noch entscheidender Punkt des Insektenschwunds ist der Pestizideinsatz in weiten Teilen der Landwirtschaft. Er vernichtet Unmengen an Insekten und gibt ihnen keine Chance. Dann die immer mehr werdenden Lichtquellen in der Nacht, der sogenannte Elektrosmog. Die Windschutzscheiben von Autos auf denen Milliarden von Insekten zu Toden kommen. Ich habe entdeckt, dass viele Insekten bis zu einer gewissen Geschwindigkeit ausweichen können, also bräuchte es dramatische Geschwindigkeitsbeschränkungen – auf Freilandstraßen unter 70 km/h. In Amerika ist das Standard, nicht wegen der Insekten, aber es beweist, dass es geht, wenn man bereit ist sich der Thematik zu widmen und als Folge Änderung zu erwirken.

Und last but not least die immerwährende Trockenheit. Insekten brauchen wie alle Lebewesen Wasser!

Die Natur ist für ältere Ökologen oft nur ein armes Hascherl

Michael: Was passiert, wenn man ein Grundstück verwildern lässt? Wird das nicht Wald? Ist Wald gut für die Insekten? 

Edgar Honetschläger: Schon nach zehn Jahren hast du einen niedrigen Wald. Vorher noch kommen die bösen Neophyten, invasive Pflanzen aus anderen Kulturen. Die Frage stellt sich natürlich, inwieweit ein Wald den Insekten dient. Aber bei gobugsgo geht es um viel mehr. Das heißt, es geht um die Utopie, Zonen zu errichten in die der Mensch nicht mehr eingreift. Bei einer jahrtausendelang bearbeiteten Naturlandschaft wie der europäischen, in der es keine Primärnatur mehr gibt, alles ist Sekundärnatur – der Mensch hat das, was wir uns unter Natur vorstellen, erzeugt – ist das umso brisanter.

„Es geht um die Utopie, Zonen zu errichten in die der Mensch nicht mehr eingreift.“ – Edgar Honetschläger

Wenn ältere Ökologen sagen: ‚Also so geht das nicht – wir müssen schon darauf achten was uns wie und wo wächst, dann erklären sie damit, dass die Natur für sie ein armes Hascherl ist, denn nur wenn wir sie regulieren, kann sie überleben. Welch schlimme Hybris! Dazu kommt die Angst vor Veränderung.

Ich betrachte diese Art zu denken als einen vollkommen überholten Ansatz, so wie viele junge Ökologen. Die Debatte erinnert mich fatal an die Immigrationsthematik – alles was von Außen kommt, ist schlecht. “Wir wollen den chinesischen Marienkäfer hier nicht, er ist nicht endemisch, hat nur zwei statt acht Punkte und er verdrängt den Unseren.’ Ich denke mir aber, dass das immer so war. Man sollte in Zeiträumen von hunderten Jahren denken, sicher nicht nur in einer Generation. Das bestimmte Spezies von Insekten auch Wald brauchen, um zu brüten ist ein Faktum und im Wald ist es feucht und es gibt Wasser, auch wenn es nur Tau ist. Bei immer weniger Regen werden Insekten umso mehr den Wald, zumindest als vorübergehenden Aufenthaltsort, brauchen können. 

Foto von Edgar Honetschläger mit A-Buggies vor einem gobugsgo.org-Schild bei der Einweihung des ersten Grundstücks in Weitra, Niederösterreich
Edgar Honetschläger mit A-Buggies, Einweihung des ersten Grundstücks in Weitra, NÖ
© Edgar Honetschläger

Was wir alle laut Go Bugs Go anders machen können in Garten und Stadt

Michael: Wir können ja nun nicht alles verwildern lassen…. Was kann jede Gartenbesitzerin machen für Insekten?

Edgar Honetschläger: Alles? Kaum etwas in diesem Land ist verwildert. Als ich ein Kind war gab es überall die sogenannten „ROA“ (REINE) – ein Stück fast wilder Natur zwischen den Feldern, mit Obstbäumen und nur selten gemähtem Gras. Diese sind fast alle verschwunden, denn jeder Quadratmeter wird genutzt. In Italien werden die dünnen Streifen zwischen Landtrasse und landwirtschaftlichen Flächen oft nicht gemäht. Dort findet man mehr Kräuter und Insekten als sonst wo. Oder denkt man an den berühmten Streifen zwischen Ost und West. Als man den nach dem Fall der Mauer zu untersuchen begann, stellte sich heraus, dass der Artenreichtum dort grösser war als irgendwo sonst in Deutschland. Auch da wurde für mehr als 70 Jahre nicht gemäht oder gepflegt.

Wir brauchen eine grundsätzliche Änderung der Mentalität. Heute gilt, dass ein Nachbar zum anderen sagt: “Na wie’s da ausschaut bei Ihnen, wollen sie nicht wieder mal mähen?“ Alle achten peinlich genau auf ihre Rasenpflege und verwenden Maulwurfpiepser, damit ja keine Unregelmäßigkeit entsteht auf dem fast toten Grün. Die Insekten brauchen Blüten, Pollen, wovon sollen sie sich ernähren? Also müssen wir dahin, wo der Eine zum Anderen sagt: ‚Na hören sie mal, jetzt mähen sie schon wieder?!“ d.h. wenn man schon mähen will, dann am besten erst, wenn die Blüte vieler Pflanzen und Gräser vorbei ist, sozusagen bevor der nächste Schub kommt und man muss es zulassen können, dass wilde Pflanzen und Unkraut im Garten wachsen. Less policing!

Foto des GoBugsGo Biogartens in Tarquinia / Italien
Der GoBugsGo Biogarten in Tarquinia/Italien // © Edgar Honetschläger
„Also müssen wir dahin kommen, wo der Eine zum Anderen sagt: ‚Na hören sie mal, jetzt mähen sie schon wieder?!'“ – Edgar Honetschläger

Es spricht nichts dagegen mehr über die Natur und ihre Zeitläufe, über die verschiedenen Arten zu wissen, aber auch nichts, dass man bewusst bestimmte Arten pflanzt, sodass bestimmte Arten von Insekten ihre Nahrung finden. Vergessen Sie nie, dass ein Gros der Vögel Insekten als Nahrung braucht. Auch der Vogelschwund hat mit all den Problemen zu tun. Wenn ein Glied in der Kette fehlt fallen auch viele andere um. Übrigens ist man draufgekommen, dass die Ernten bei Leuten die Maulwurfpiepser haben viel schlechter ausfallen, also dass kaum Obst geerntet werden kann, denn die Insekten werden vom Piepston vertrieben und wer bestäubt dann? Das sollten die Menschen überhaupt vor Augen halten, dass mehr als 70% unserer Nutzpflanzen von Insekten bestäubt werden und ohne Bestäubung wächst nichts. Wir müssen diesen Tieren unendlich dankbar sein und uns dessen bewusst sein, dass wenn es sie nicht mehr gibt, auch wir nicht mehr sein werden. Und wie oben erwähnt: Wasser. Stellen Sie im Frühling und Sommer Schälchen auf, füllen Sie sie regelmäßig, viele Insekten werden sie nutzen.

„Wir müssen diesen Tieren unendlich dankbar sein und uns dessen bewusst sein, dass wenn es sie nicht mehr gibt, auch wir nicht mehr sein werden.“ – Edgar Honetschläger
Foto von 10 Zeichnungen als Teil des Incentive Pakets
Zeichnungen als Teil des Incentive Pakets // © Edgar Honetschläger

Michael: In der Stadt gibt es angeblich eine sehr viel größere Artenvielfalt, aber gilt das für alle Lebewesen oder gibt es etwas was auch die Städter noch tun können für Wildinsekten? 

Edgar Honetschläger: Ja, weil eben keine Pestizide zum Einsatz kommen. Auch in der Stadt gilt, jedes Kräuterl oder Blümchen, das blüht auf dem Fenstersims, neben einem Baum, auf dem Balkon oder der Terrasse ist Nahrung für viele Insekten.

Vom Niederspritzen und Zähmen

Michael: Und welche Möglichkeiten siehst Du im Gartenbau und in der Landwirtschaft? 

Edgar Honetschläger: Ich habe in meinem 800m2 Gemüsegarten in Italien Versuche mit Mikroben gemacht. In Italien spritzten die Bauern sogar in ihren Privatgärten Pestizide. Warum? Weil die Setzlinge, die sie kaufen, von vornherein an eine bestimmte Diät gewöhnt sind. Diese inkludiert auch Spritzmittel! Das heißt, es ist wie bei einem Drogensüchtigen: Die Pflanzen brauchen ihre Ration, sonst sind sie extrem anfällig. In der Hitze Italiens hat man dauernd mit Viren und schlimmen Funghi zu kämpfen. Manche davon raffen dir einen Garten in 3 Tagen hin, ich habe das selbst erlebt: Wochenlange, monatelange Arbeit umsonst. Ohne Spritzen geht also gar nichts.

Also fand ich heraus, dass es in Österreich eine Firma gibt die Spritzmittel herstellt, die aus Mikroben bestehen -100% biologisch, sie wenden ab und stärken das Immunsystem. Als ich damit anfing lachten mich die umliegenden Bauern aus, aber als ich eine bessere Ernte als sie einfuhr, fragten sie mich wo das Zeug zu kriegen ist. Veränderungen gelingen nicht durch Bevormundung, sondern durch angewandten Umgang mit der Materie. Der Beweis muss erbracht werden. Den meisten Bauern geht es schlecht genug. Sie leben dauernd am Existenzminimum. Man kann sie nicht verteufeln, sondern man muss ihnen helfen und das gelingt eben nur indem man sich selbst die Hände schmutzig macht, indem man Austausch pflegt und das Gemeinschaftliche betont.

Foto des zweiten Grundstücks nahe Gols im Burgenland
Das zweite Grundstück nahe Gols/Burgenland // © Edgar Honetschläger

Michael: Und zum Abschluss zu den Kommunen: So ziemlich jede Gemeinde verwendet mittlerweile Mulcher für alle Böschungen. Wie sind diese für die Insekten?

Edgar Honetschläger: O Gott, dieses schreckliche Zeug, das ist doch in erster Linie dazu da, um sich die Pflege zu ersparen und auch, weil das ästhetische Empfinden vieler Ösis diese Art von unbelebter Umweltgestaltung zuspricht. Es ist in der Frage impliziert wie schlimm das für Insekten und alle Lebewesen ist, denn da gibt es nichts zu holen, tote Materie. Wieso nur haben die Menschen so viel Angst vor Wildheit? Alles müssen sie zähmen. Dass sich die Natur nicht zähmen lässt hat uns Corona soeben eindrücklich bewiesen.

„Je weiter wir die Natur, unsere Lebensgrundlage, zurückdrängen, desto härter wird sie zurückschlagen.“ – Edgar Honetschläger

Mehr Informationen zum Projekt und Wege, es zu unterstützen findest Du auf der Website der Kampagne Go Bugs Go.

Weitere Informationen zum Insektensterben zum Beispiel bei der Heinrich Böll Stiftung, die ihren Insektenatlas 2020 als PDF zum Download anbietet und viele Inhalte und einen Podcast dazu anbietet.

Kennt ihr weitere Initiativen, die einfach mal anders herangehen? Wie könntest Du für ein Thema, das Dir am Herzen liegt, auf eine neue, andere Weise aktiv werden, als es bereits hundertfach getan wird?

Ab in die Kommentare damit!

3 Gedanken über “GO BUGS GO

  1. Anke

    https://www.bingenheimersaatgut.de/de/bio-saatgut/blumen/blumenmischungen/nuetzlingsparadies-b623 Seit ein paar Monaten arbeite ich bei der Bingenheimer Saatgut AG, wo es jede Menge Insektenfutter als samenfestes Bio-Saatgut gibt und freue mich über jedes Tütchen, dass ich verschicken kann. Wenn das eine Auswirkung der „Krise“ ist, hoffe ich dass der Trend zum Gärtnern auch darüber hinaus anhält und die Menschen Freude an der Natur empfinden. Das hält uns alle gesund, zufrieden, glücklich, dankbar…

  2. Glückskind

    Zitat: „Auch in der Stadt gilt, jedes Kräuterl oder Blümchen, das blüht auf dem Fenstersims, neben einem Baum, auf dem Balkon oder der Terrasse ist Nahrung für viele Insekten.“
    Leider stimmt das nicht. Die allermeisten Pflanzen aus den Garten- und Baumärkten sind Hybriden, das heißt, sie haben keine Nahrung mehr für Insekten und deswegen auch keine Nahrung für Vögel… Genauso gut könnte man Steine hinlegen. Hybridpflanzen bilden keine Samen mehr aus, das heißt, sie haben keinen Nektar, keine Pollen und später keine Früchte und Samen. Die Blüten fallen einfach ab. Jede Hybridpflanze nimmt einer echten, samenfesten Pflanze den Platz weg. Es gibt einige Organisationen, die sich mit der Erhaltung der samenfesten Pflanzen beschäftigen. Z.B. Dreschflegel, die mir besonders gut gefallen.

  3. Hannelore Fränken

    Hallo zusammen,
    ich bin im Verein Transition Town, Mönchengladbach. Wir haben zwei Projekte, die meiner Meinung nach zu diesem Thema passen.

    1. Bei uns wird ein „Essbarer Wildpflanzenpark“ von der Dr. Strauß-Stiftung mit einer Wildkräuterpädagogin realisiert. Dieses Projekt wird von uns unterstützt. Unter http://www.ewilpa.net findet man jede Menge Informationen. In der Rubrik „Parks vor Ort“ ist auch der Fortschritt in Mönchengladbach dokumentiert. Außerdem gibt es einen EWILPA-Film: https://www.ewilpa.net/der-ewilpa-film.html

    2. Wir werden mit dem Quartiersmanagement in Mönchengladbach einen Tiny forest pflanzen. Vorbild des Tiny forest ist die permakulturelle Methodik des japanischen Biologen Akire Miyawaki. Der Tiny forest wächst 10 x schneller, als ein konventioneller Wald. Es entsteht eine 30 x größere Artenvielfalt und eine 30 x höhere Kohlendioxidabsorption. Nach 3 Jahren sind Tiny forests autark. Der Tiny forest benötigt eine Fläche von 100-500 qm.
    Harald Wedig (Permakultur-Spezialist) und Hendrik Kohl (Initiator und Leiter von Mehrbaum) geben uns die fachliche Unterstützung.
    Auf Youtube gibt es einen Film: How to grow a forest in your backyard/Shubhendu Sharma (deutsche Untertitel).

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