Wandel-Projekte in meiner Region finden

Von Michael Voit (geb. Hartl)
31. Dezember 2020

Was hält Menschen davon ab, aktiv zu werden? Ihr Leben in eine nachhaltigere Richtung zu gestalten oder in Kooperation mit anderen Menschen etwas erschaffen? Den Wandel vorwärts zu bringen?

Die Gründe sind sicher super vielfältig – eh klar – und doch glaube ich, dass ein recht allgemeiner Punkt „hohe Eingangshürden“ ist.  Wenn ich beispielsweise nur ein diffuses Gefühl habe, aktiv werden zu wollen, für eine andere Welt, aber gar nicht so richtig weiß, was es da für Projekte und Ideen gibt, weiß ich noch nicht mal, nach was ich in meiner Region suchen soll.

Dem wollen wir zum einen mit diesem Projekt Abhilfe schaffen, indem wir auf NANU immer wieder Wandelakteur*innen und Projekte vorstellen, wie sich konkret ein Weg Richtung Wandel gestalten lässt. Auch stellen wir gerne Utopien und Ideen vor, damit wir gemeinsam mal ganz groß Denken können und gemeinsam Wege dorthin entdecken und erkunden.

Begriffe, mit denen Du spannende Projekte in Deiner Region suchen kannst

Zum anderen teile ich hier gerne mal meine Stichwortliste, mit der ich gerade versuche, einen Überblick über die Region hier zu bekommen. Ich, der zwar schon sein halbes Leben lang politisch aktiv und „wandelig“ ist, der nun aber nach vielen Jahren zurück ist in seiner Heimatregion – und keine Ahnung hat, was es hier so gibt. Mein Weg, besonders aktuell im Corona-Lockdown, ist also, den Namen der Ortschaft (Nandlstadt), des Landkreises (Freising) und der Region (Hallertau) jeweils in Verbindung mit einem Begriff zu suchen, der mich näher an einen Überblick führt. Begriffe sind zum Beispiel Wandel-Projekte oder dazu passende Stichworte.

Hier mal meine Wandel-Projekt-Liste:

  • Repair Café
  • Offene Werkstatt
  • Foodcoop
  • Lebensmittelkooperative
  • Carsharing
  • Werkzeugpool
  • Gemeinschaftsgarten
  • CSA
  • Solidarische Landwirtschaft
  • Vermögenspool
  • Genossenschaft
  • Stiftung
  • Market Garden
  • Wildnis
  • Waldgarten
  • Regionalgeld
  • DIY
  • Kleidertausch
  • Nachbarschaftshaus
  • Klimakrise
  • selbstverwaltet

Karten, Verzeichnisse und Listen mit Wandel-Projekten

Ein anderer Weg ist, sich durch die Listen von größeren Zusammenschlüssen zu klicken oder Übersichten anzusehen. Hier nutze und empfehle ich aktuell folgende Seiten:

Weiter sind natürlich die bestehenden Vereine und Parteien in der Region spannend – und sei es nur zur Kontaktaufnahme und Anfrage, was diese für Wandelprojekte kennen. Diese Vereine und Parteien werden oft auf der Website der Gemeinde oder des Landkreises aufgelistet.

Wandel-Projekte in und um Nandlstadt

Und was gibt es nun nach der Recherche in meiner näheren Umgebung (ideal wäre Fahrradreichweite)?

Da wären mal die beiden mir schon länger bekannten Projekte der solidarischen Landwirtschaft „Auergarden“ zwischen Nandlstadt und Au – und die Offene Werkstatt in Freising.

Weiter tauchte das FabLab Freising auf, das mich erinnert, dass ich schon länger ein wenig in die Maker-Bewegung hineinschnuppern will. Ebenso zum Thema Reparieren die Initiative [repa`ra:bl;] entdeckt. Sehr fein!

Und auf die Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land sind wir tatsächlich schon über einen Hinweis beim Naturgarten Schönegge aufmerksam geworden. Hatten schon darüber gesprochen, Mitglied in der Genossenschaft zu werden. Hier nun wieder drauf zu stoßen ist ein guter Reminder – inklusive der Möglichkeit, auch von dort unseren regional produzierten Strom zu beziehen.

Schön finde ich, dass es hier im Landkreis mit dem Stadt-Teil-Auto Freising bereits einen gut funktionierenden Carsharing-Verein gibt – leider sind die Stellplätze allesamt zu weit von uns entfernt, als das wir hier ernsthaft Mitglieder und Nutzer*innen werden könnten.

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Du unterstütz damit dieses auf positive Ansätze ausgerichtete Projekt einer Gruppe von Akteur*innen des Wandels, die es lieben, Artikel, Podcasts und Videos rund um Wandel-Themen zu produzieren. Lasst uns gemeinsam ein Sprachrohr aufbauen für Ideen, Projekte und Menschen, die den Wandel vorwärtsbringen.

Mehr erfahren

Was mir aber fehlt

Ich bekomme nach meiner ersten intensiveren Recherche gerade den Eindruck, dass hier in der Region – freundlich formuliert – noch einiges an Potential vergraben liegt. Also noch nicht viel von dem existiert (oder nicht nah genug), das mir wichtig wäre – oder übersehe ich gerade total viel?

Was ich persönlich halt super fände, möglichst nah hier, wäre eine FoodCoop, ein nicht-kommerzielles Carsharing, ein Werkzeugpool und eine offene Werkstatt mit regelmäßigem Repair Café. Gibt es weitere Menschen in und rund um Nandlstadt, die auf solche oder andere Wandel-Projekte Lust hätten?

Wer sich angesprochen fühlt, bitte unbedingt direkt bei mir melden. Sobald wir drei oder vier Personen sind, legen wir los, vernetzen uns und sehen, auf welche Projekte (auch andere als meine Lieblingsprojekte) Menschen Lust hätten – und dann starten wir was!

Welche Projekte kennst Du?

Kennt ihr weitere Stichworte, die in so eine Suchliste aufgenommen werden sollte? Weitere Listen, Karten oder Verzeichnisse? Oder sogar konkret Projekte in meiner Heimatregion? Dann gerne her mit alle dem und Deinen sonstigen Gedanken und ab in die Kommentare damit!   :)

14 Gedanken über “Wandel-Projekte in meiner Region finden

  1. Siegrid de Vries

    Adressen von Ansprechpartnern zur Bewältigung der Corona-Krise

    Die verschiedenen Beschränkungen dieser Tage, etwa dass wir nicht alle unsere Freunde mehr treffen dürfen, gleichzeitig im Homeoffice arbeiten und Kinder betreuen sollen, nicht mehr in die Schule oder in die Uni können und vieles mehr, sind für uns alle eine sehr herausfordernde Situation.

    Die verordnete Isolation kann sich negativ auf ihre allgemeine Stimmung auswirken. Dies vor allem, weil feste Routinen und Strukturen, die bisher Halt im Alltag gaben, gerade wegbrechen. Es ist sogar nicht auszuschließen, dass Menschen in eine Depression verfallen.

    Wichtige Adressen von Ansprechpartnern in den Regionen zu finden halte ich für sehr wichtig.

    Zusätzliche zu meinem Vorschlag Adressen von Ansprechpartnern in den Regionen deiner Wandel-Projekt-Liste hinzufügen, möchte ich auf ein Förderprogramm für deutsche Staatsbürger hinweisen:

    „Das neue Förderprogramm des Bundesumweltministeriums zur Unterstützung sozialer Einrichtungen

    Die COVID-19-Pandemie führt gesellschaftlich wie wirtschaftlich zu massiven Herausforde­rungen. Zur Bewältigung der Folgen der Corona-Krise hat die Bundesregierung ein Konjunk­tur-und Zukunftspaket auf den Weg gebracht, das milliardenschwere Investitionen für eine ökologische Modernisierung ermöglicht.

    Antragsberechtigt sind neben Krankenhäusern und Pflegeheimen zum Beispiel auch:

    ◾Kindergärten, Kindertagesstätten und Spielplätze

    ◾Schulen, Bildungs-und Jugendeinrichtungen

    ◾gemeinnützige Einrichtungen der Erwachsenenbildung

    ◾Mehrgenerationenhäuser mit offenem Tagestreffpunkt

    ◾Kieztreffs und Begegnungsstätten

    ◾Breitensportvereine und öffentliche Sportstätten

    ◾Jugendherbergen und Familienferienstätten

    ◾Träger der beruflichen Eingliederung und beruflichen Weiterbildung

    ◾Bildungsträger der Sozialen Arbeit (z.B. Tagungshäuser, Fortbildungseinrichtungen, Bildungs­werke und Akademien)

    ◾Einrichtungen der Jugendhilfe und SOS-Kinderdörfer usw.

    https://www.lzg-rlp.de/files/Aktuell/2020/2020_Aktuelles/2020-12-02%20Infopapier_Klimaschutz%20in%20sozialen%20Einrichtungen.pdf

    1. Michael Voit (geb. Hartl) Beitrags Autor

      Hallo Talica,

      das Projekt kenne ich seit Jahren – muss aber leider sagen, dass ich das Projekt leider als nicht gepflegt wahrnehme, daher nicht aufgenommen. Die „Projekte für Morgen“ auf der „Karte von Morgen“, die es in meiner Region gibt, sind zum Beispiel die SPD Geschäftsstelle, ganz gewöhnliche Bäckereien, Immobilienmakler, Apotheken und Versicherungen…. Ansonsten fast nichts wirklich wandeliges eingetragen. :(

      Alles Liebe,

      Michael

      1. Martin

        Das Projekt „Karte von Morgen“ wird nicht von den Machern gepflegt, sondern es ist eine Platform, die direkt und ohne Hürden von den Projekten selbst genutzt werden kann! Ich habe mich dort einfach eingetragen. Ich finde die Idee großartig und absolut zukunftsträchtig. Sie nicht zu erwähnen, finde ich kontraproduktiv zum Thema des Beitrags, Vielmehr sollte man möglichst viele motivieren, sich dort einzutragen. Vielleicht müssen wir als vereinzelte Imagozellen auch auf dieser Ebene etwas vom gewohnten Bedientwerden im Netz wegkommen…
        Grüße von Martin

        1. Michael Voit (geb. Hartl) Beitrags Autor

          Bin ganz bei Dir, mehr Vernetzung und enge Zusammenarbeit ist immer wichtig, daher bin ich ja mit den Menschen hinter der Karte von Morgen auch im Austausch. Nur wenn in einer Region, fast keine der existierenden Wandel-Initiativen eingetragen ist, aber 20 Versicherungen, Immobilienmakler und Apotheken, dann ist diese Karte zumindest für diese Region nicht brauchbar. Auch nicht, wenn sich dann noch weitere 20 Firmen und dann auch mal 10 echte Initiativen eintragen. Da muss es schon eine gewisse Form von Moderation geben – und gerne kann auch ein Orga-Team entscheiden, dass sie diese Verantwortung einer „Community“ abtreten – aber dann muss es eben auch die Mittel dazu geben. „Melden“, Downvoten oder Sterne-Bewertungen – wie auch immer, aber so ist es echt nicht brauchbar. Und dann verlinke ich lieber wie geschehen zig brauchbare Listen, über die interessierte Personen tatsächlich schnell zu Antworten kommen. Denn Menschen, die aktiv werden wollen, sollten wir nicht unnötig lang mit Recherche, unpassenden Einträgen, etc. ablenken und demotivieren. Nur meine Meinung.

  2. Anne

    Lieber Michael,
    danke für diesen guten und wichtigen Beitrag!

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man gerade in kleineren Ortschaften oder Kleinstädten auch am Stammtisch, in soziokulturellen (Kultur-)Häusern und Vereinen aus ganz unterschiedlichen Richtungen (es gibt oft ganz viele Vereine, die aber nicht besonders sichtbar sind) viele tolle Ansätze zu bürgerbewegten Aktionen und gesellschaftlichem Engagement findet, die aber noch nicht so ausgereift sind, dass man sie (schon) unter einem speziellen Stichwort findet. Denn wie es auch in Deinem Beitrag anklingt, lieber Michael, haben, zumindest nach meiner Beobachtung, viele Menschen das Bedürfnis, sich zu beteiligen, wissen aber nicht wie und wo und was konkret sie anpacken können/wollen. (Vielleicht weil es oft zu Beginn nur ein ungefähres Gefühl ist …) – Da liegt also auch eine Menge Potential, um sich zu beteiligen.
    Überhaupt denke ich, dass es eine wichtige Aufgabe ist, die vielen kleinen regionalen Initiativen und Ideen sichtbar zu machen und zu vernetzen. Dein Beitrag ist ein guter Anfang dafür!

    Herzlich
    Anne

    1. Michael Voit (geb. Hartl) Beitrags Autor

      Hallo Anne, da bin ich ganz bei Dir! Nur finden halt derzeit keine Stammtische und Treffen statt. ;)

      Und für mich ist es nie ein Entweder – Oder , sondern immer ein „zusätzlich“. Das eine tun, das andere nicht lassen. ;)

    1. Birgit

      Hallo Hilde, das hab ich mir auch grad gedacht. :) Ich wohne (derzeit) im Mühlviertel. Da gibt es schon verschiedenes. Ist verstreut. Vernetzt glaub ich nicht so viel. Ich weiß auch nicht, wo man sich da erkundigen kann. Vielleicht auf Gemeinden,….. Lg Birgit

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